Ausstellung Margit Klammer

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Inhalt

 

Ausstellungen

Raumgebilde auf Zeit, einer festgelegten Zeit um diese zu reflektieren. Beziehungen schaffen, Fragen stellen. Denn die Gestalt der Welt hängt ab von der Art und Weise wie sie gesehen wird.

 

2016 Die Schneid - Brunnenburg - Dorf Tirol

 

Trennung zwischen Himmel und Ede

Zahlreiche Schöpfungsgeschichten erzählen von der Trennung von Himmel und Erde. Es sind meist Spaltungsmythen, ergreifende, verwirrende, humorvolle oder auch erbarmungslose Geschichten.

Vor langer, langer Zeit trennte nichts den Himmel und die Erde. Himmel und Erde waren ein sich umarmendes Paar, wie Nut die Göttin des Himmels und Geb der Gott der Erde in Ägypten. Wie Gaia die Göttin der Erde und Uranos der Gott des Himmels in Griechenland aus deren Vereinigung Kronos hervorgeht. Die Frucht der Vollkommenheit möchte man meinen hätte nicht der Sohn seinen Vater später mit einer Sichel entmannt. Ein Schnitt. Dennoch entsteht das goldene Zeitalter, eine friedliche Welt und glückliche Menschen: Ziel allen Wollens. Vielleicht ist das auch der Grund weshalb Kronos später mit Chronos gleichgesetzt wurde, dem geflügelten Gott der Zeit: Sehnsucht spiegelt sich im Gleichklang und strebt nach Dauer.

Freilich gibt es daneben auch Geschichten die von der Möglichkeit einer Verbindung in Form einer Himmelsleiter, eines Seils, einer Treppe erzählen und damit einen paradiesischen Zustand schildern. Getrennt und doch verbunden. Trennung erzeugt Raum und Zeit, aber auch Polarität, oben und unten, Mann und Frau, Himmel und Erde, Leben und Tod. Trennung schafft Abstand, Bewegung nicht Stillstand und Leben das wiederum nach Vereinigung strebt.

Die Welt als Ort sich ergänzender Zweiheit in der ein Aufheben der Gegensätze Rückkehr ins Chaos bedeutet, nicht Ordnung, sondern erneut Ursuppe aus der alles entstand.

Die Trennung von Himmel und Erde
Lehmputz auf Jute mit Eisenskulptur 240 x 78 x 50 cm
 

2015 Der Mohn in Mythologie, Volksmedizin Speise- und Sachkultur Tirols - Brunnenburg - Dorf Tirol

 

Wie Mohn und Gedächtnis

Sprache prägt unser Denken und Worte vermitteln auch Gefühle. Wenn wir also über uns selbst sprechen so geben wir mit Worten zu erkennen, was wir denken und fühlen. Wir gewähren Anderen einen Blick in unsere Seele.
Nur ziehe ich es vor die Welt als Bühnenbild zu betrachten und meine Gedanken und Vorstellungen räumlich zu inszenieren. Vielleicht ist das Spiel, vielleicht Zeitvertreib. Auch wenn man Zeit gar nicht vertreiben kann. Sie vergeht auch ohne dass wir es wollen. Vielleicht ist es ein Tun das dazu beiträgt dass man echter wird und näher an sich selbst heranrückt, verbunden mit dem Wunsch Beziehungen zu schaffen zwischen dem was ich bin und dem was ich nicht bin.
Räume innen und außen - Verortung. Ein inniges Bedürfnis nach Harmonie zwischen Natur und Kunst. Vereinen und abgrenzen, entdecken, verhüllen, enthüllen, einen inneren Klang vernehmen, unergründlichen Geheimnissen nachspüren. Größenverhältnisse ändern um scheinbare Gewissheiten aufzulösen, denn in der Wahrnehmung verschmelzen getrennte Bereiche.
Auch frage ich mich wie immaterielle Werte entstehen und wie es möglich ist sie materiell zu verstehen, wobei Wert und Selbstwert auch davon ab hängen, wie wir die Welt betrachten, denn damit verändern wir sie und uns in einem fortwährenden Prozess.
Anpassung.
Ein Spiel, möglich, das aber dann wenn es subtil ist, zur Kunst wird. Grenzen lösen sich auf und erlauben mir in einer eigenen Welt zu versinken, in irrealen wundersamen und hoffnungsvollen Vorstellungen, die ich gerne mit anderen teile. Selbst wenn das Chaos, der Wahnsinn und das Grauen immer wieder versuchen werden die Oberhand zu gewinnen, bleibt doch der Wunsch nach Ordnung, Schönheit und Harmonie lebendig. Ganzheit als Ziel und Kunst als Mittel, um Natur mit Mensch und Mensch mit Mensch zu verbinden.

Mohnblüten
Glasfasern lackiert Aluminium und Stein d = ca 70cm
Mohnsamen aus Acrystal 45 x 35 x 15 cm mit Köpfen aus Steinzeug unterschiedlicher Größen.

 

2014 Flickwerk - Brunnenburg - Dorf Tirol

 

Fibula
„Das bäuerliche Leben in Tirol“, schreibt Wolfgang M. Heckl im Vorwort des Kataloges zur Ausstellung in der Brunnenburg von Dorf Tirol, „ wie in vielen anderen Regionen ist seit jeher durch Not und Knappheit von Ressourcen bestimmt. Das Reparieren, Wiederverwerten und Umfunktionieren von Alltagsgegenständen spielte daher stets eine wichtige Rolle im Alltag der bäuerlichen Bevölkerung. In der Wegwerfgesellschaft, die in den westlichen Industriestaaten in den letzten Dekaden dominierte, galt eine solche Lebensweise lange als rückständig. Seit einigen Jahren ist hier jedoch ein Umdenken zu beobachten, Wegwerfprodukte werden zunehmend auf kreative Weise in neuwertige Produkte umgewandelt und dadurch aufgewertet – ein Upcycling das in der bäuerlichen Kultur schon immer praktiziert wurde“.

Fibula - 3m x 1.6 m
Alte Leintücher, Tischdecken, Bettdecken, Handtücher, Stoffreste gefärbt und zu 5 Bahnen zusammengenäht. Die 5 Bahnen sind mit 5 Klammern aus Ordnern an der Decke befestigt und mit Papierhaltern zusammengehalten in Verbindung zu 10 etruskischen Füßen der Brunnenburg.


Siehe www.flick-werk.net
 

2010 Sommer e state - Stadtgalerie - Brixen

 

Sommer ist außen - Kunst ist innen

genieße die Zeit. Bleib draußen.

Die Galerie bleibt für den Zeitraum der Ausstellung geschlossen. Trotzdem kann 24 Stunden lang von Außen das Innen betrachtet werden.
 

2010 Maringgele - Kommende Lengmoos - Ritten

 
 

Maringgele

Der Ort, an dem diese Ausstellung stattfindet – die Kommende in Lengmoos am Ritten – gehört dem Deutschen Orden, hat also etwas mit Glauben zu tun. Es ist ein Ort, an dem man den Boden unter den Füßen verliert, ein schwebender Ort. Ein Blick aus dem Fenster – Lust auf Sommerfrische kommt auf. Heuschrecken, Blumen, Schatten und Licht.

Ich lese nach, erfahre, dass Gottesanbeterin lateinisch Mantis religiosa heißt, in Südtirol Maringgele. Dass Mantis im Griechischen Wahrsager bedeutet. Eine Aura des Geheimnisvollen umgibt diese faszinierenden Tiere. Ich lese, dass die extreme Beweglichkeit des Kopfes im Insektenreich einzigartig ist, dass sie bedornte Fangbeine hat. Wenn sie sich in Ruhestellung befindet und auf Beute lauert, sieht man das Bild eines betenden Geschöpfs.
Bekannt ist mir auch Maringgele als Stoßseufzer. Deshalb wollte ich auch etwas machen, das diesen Stoßseufzer hervorruft es musste etwas sein, das niemals zur Gänze fassbar ist. Wenn man es betrachtet, muss Furcht und Freude gleichzeitig vorhanden sein, ebenso wie sichtbar und unsichtbar. Und wenn man dann den Blick abwendet, muss man den Eindruck haben, kaum etwas davon konkret behalten zu haben, außer diesem Eindruck, der unmittelbar danach strebt, einen erneuten Blick darauf zu werfen, um wieder nur einen Eindruck zu erhaschen. Die Besucher brauchen ihr eigenes unfassbares Bild. Grundsätzlich aber geht es um Raum, um Raum geben.
Wieviel Raum geben wir unseren Träumen, Hoffnungen und Ängsten?
Wieviel Raum geben wir dem, woran wir glauben?
Maringgele steht als Bild dafür: zum einen als weibliches Wesen, dem man Kannibalismus nachsagt, auch wenn es nur für den Erhalt der Art sorgt; zum anderen als anpassungsfähiges Wesen; Maringgele als Gottesanbeterin und damit als Bild für etwas nicht Greifbares oder Fassbares.
Alles hängt damit zusammen, aus welcher Perspektive man die Dinge betrachtet oder wie raumgreifend die Dinge unsere Vorstellung in Anspruch nehmen.
Also ist meine Gottesanbeterin… einfach nur ein raumhoher Gedanke, sonst nichts und meine beiden Räume sind wie Tag und Nacht, der eine dunkel, der andere hell und vollkommen still.
 

2009 zeichen setzen - Schreibmaschinen Museum - Partschins

 
 

Die Wahrnehmung verbindet, was der Intellekt trennt.
Womit begann Sprache? Mit welchen Zeichen verständigen wir uns?
Was wäre wenn es keine allgemeingültigen Zeichen wie Buchstaben gäbe?

Zeichen setzen mit dem was man tut, wie man es tut und wo. Gleichgültig ob man Zeichen mit einer Maschine setzt oder mit der Hand, an einem konkreten Ort oder digital im weltweiten Netz. Alles Tun wird zur Kunst, wenn das Bewusstsein mitspielt, wenn sich die Wahrnehmung auf den Augenblick konzentriert. Schreiben als kreativer Prozess des Verfassens von lyrischen und poetischen Texten, Zeichen fügen sich zum Bild, Spiel mit Sprache und Schrift, Buchstaben durch Finger in Bewegung. Hände die Gedanken zu Papier bringen, Gedanken die Maschinen ersinnen …Tun um Kommunikation zu ermöglichen.

„Je weiter sie fortschreitet, desto mehr wird die Kunst zur Wissenschaft“, sagt Gustave Flaubert, „und im gleichen Maße wird die Wissenschaft zur Kunst. Beide werden sich an der Spitze wiederbegegnen, nachdem sie sich an der Basis getrennt haben.“
 

2008 Bewegung im Raum - Festung Franzensfeste

 
 
 

Was ist Wirklichkeit?
Performance anlässlich der Manifesta.
 

2008 Es lebe die Liebe zur Kunst - Museion - Bozen

 
 
 
 

08.08.2008.

Kunst-Aktion zur Affäre ausgelöst durch die Ausstellung des Werkes von Martin Kippenberger Zuerst die Füße mit dem Frosch am Kreuz.
 

2007 Margarete, genannt Maultasch - Schloss Tirol

 
 
 

Ausstellungsgestaltung

Die Geschichte des Raums ist immer auch eine Geschichte der Beziehung. Beziehungen bestimmen unser Leben. Wenn wir einen Raum gestalten, fragen wir uns welcher Gegenstand zu welchem gehört und wohin.
Alles redet miteinander, alles kommuniziert.
Nicht anders ist es, wenn man eine Ausstellung macht. Handelt es sich um eine Werkschau der eigenen Arbeiten oder um eine Schau mit Fremdmaterial. In dem Augenblick, wo die Dinge ihren angestammten Platz verlassen, werden sie in neue Zusammenhänge gesetzt. Sie werden in einem anderen Rahmen positioniert und erzählen eine andere Geschichte. Dabei spielen die Gegenstände selbst und der unmittelbare, konkrete, begrenzte Raum um sie herum eine Rolle; der erweiterte Raum in einem größeren Gebäude, der Ort wo das Gebäude steht. Die Stadt, das Land, der Kontinent …

Geschichten klingen überall anders.

Kunst ist materialisierter, subjektiver, räumlicher Gedanke und kann Geschichten erzählen. Dabei spielt es keine Rolle ob Räume unendlich klein oder unendlich groß sind oder ob sie von Räumen der Vergangenheit in jene der Zukunft weisen. Kunst weitet den Raum. Gleichzeitig existiert Kunst aber nur dann, wenn der dargestellte Gedanke durch Rezeption selbst zu einem Akt der Kunst wird, im Betrachter Resonanz findet und weitergesponnen wird. Was spricht also dagegen, wenn die subjektive Darstellung von Wirklichkeit auch die subjektive Wahrnehmung aus den verschiedensten Betrachtungswinkeln herausfordert?
Die Gestaltung einer Ausstellung ist ein Mittel der nonverbalen Kommunikation zur Darstellung von Inhalten. Bestimmte Dinge versteht man nur an bestimmten Orten, weil Orte Ereignisse speichern, genauso wie bestimmte Dinge unserem Bewusstsein erst dann zugänglich werden, wenn man sie aus dem Blickwinkel einer anderen Zeit betrachtet. Haben wir bei ersterem mehr Zugang durch Nähe, so gewährt der zeitversetzte Blick unserem Bewusstsein mehr Zugang durch Abstand.
Die Visualisierung von Inhalten durch Objekte, mittels Raumkonstellationen, Materialien, Licht- und Schattenbereichen können tief in die Befindlichkeit der Besucher eingreifen und ihn dort erreichen wo die Phänomenologie der Seele zum tragen kommt und rational kontrollierbare Abwehrmechanismen nicht mehr greifen. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass die Gestaltung von Ausstellungen Verantwortung dafür trägt, welches Wissen Allgemeingültigkeit erlangen kann. Freilich gibt es meist Situationen, in denen Mehrere für Inhalt verantwortlich zeichnen, genauso wie es Situationen gibt in denen unterschiedliche Positionen nebeneinander bestehen. Was es nicht gibt, ist Objektivität, weil immer ein Gedanke dahinter steht und immer etwas vergessen oder nicht gezeigt wird. Auch das redet mit.
 

2007 Erde, was sonst - Galerie Prisma - Bozen

 
 

Die Blumen aus meinem Garten der Zukunft

Alles ist Erde. Kleine Bilder nebeneinander, große daneben, werden farbig, bewusst strukturiert, treten unter den Bögen in den Raum und werden zu dreidimensionalen Skulpturen.
Erde im Raum, Erdraum, am Ende Licht. Blumen wachsen aus Scherben
 

2006 Hasenfuß und Eiertanz oder die Zerbrechlichkeit des Seins - Galerie Egert 7 - Dornbirn

 
 

Wenn du wie ich wärst...

könnte ich mir die Mühe sparen etwas zu hinterfragen, anders zu denken, Dinge auf meine Art zu gestalten, meine Sichtweise zum Ausdruck zu bringen.
Wenn du wie ich wärst …
bräuchte ich keine Räume gestalten, keine Objekte, meine Wahrnehmung nicht mit der Deinen vergleichen.
Wenn ich wie du wäre, würde es genügen, wenn meine Hände deine Gedanken in tiefem, bescheidenem, ruhigem Fühlen zu höchster Schönheit verdichten.
Ein leichtfüßiger Tanz, der die Unendlichkeit nicht leugnet, die Leere nicht verstellt, dem Blick seinen Halt nicht verwehrt, den Staub, wie Picasso sagt, nicht von der Seele waschen müsste. Ein Schmelztiegel unterschiedlich gleicher Reaktion und Wahrnehmung verdichtet zu homogener Einheit, in dem sich einzelnes Denken, Tun und Empfinden in gemeinsamem Handeln und kollektivem Bewusstsein manifestiert. Wie einfach, wie mühelos wäre das Leben und wie langweilig.
Wahrhaft Schönes würde entstehen, zurückhaltend, anspruchslos. Nichts Zwanghaftes mehr an sich, kein Grundbedürfnis mehr erstrebend, weder das nach Wissen, noch das Bedürfnis mitzugestalten, keine eigene Vorstellung mehr, kein Eingreifen in die Natur, um aus Chaos Ordnung zu schaffen.
Keine Evolution?
Wie gleich ist Gleiches? ... wenn wir wissen, dass verschiedene Dinge, grundsätzlich verschiedene, gegenteilige, auch nichts anderes sind als Aspekte ein und derselben Sache.
Gemeinschaftsausstellung mit Margit Denz
 

2006 Durch die Zeit - Schloss Kastelbell - Kastelbell

 
 

Das Schloss, die Kunst und das Leben

Alles ist im ständigen Wandel, nichts bleibt wie es ist. Nicht die Wahrnehmung ist es, die uns von Tieren unterscheidet sondern unser Bewusstsein. Eine Fliege, die über ein Bild kriecht kann dieses sehen, riechen, ertasten und fühlen und doch weiß sie nicht worauf sie kriecht. Sie verlässt eine Oberfläche im Flug, wenn etwas anderes ihre Aufmerksamkeit anzieht. Tausend Augen, tausend Facetten einer Welt.
Die Ausstellung die zurzeit auf Schloss Kastelbell Werke von 75 Südtiroler Künstlern der Öffentlichkeit präsentiert ist dem durchaus ähnlich. Wenn wir uns von anderen Lebewesen dadurch unterscheiden, dass wir auch denken, wie immer behauptet wird, sollte es möglich sein im einen oder anderen Werk etwas zu erahnen, das uns nicht nur als Konsument sondern als Rezipient weiterbringt oder eine andere Sichtweise vermittelt um
Verbindungen zu knüpfen zwischen dem was wir sehen und dem was nicht sichtbar nur in uns selbst ist Jedes einzelne Werk beschreibt die Sichtweise eines Einzelnen, seine Facetten, seine Notwendigkeiten, um sich im Leben zurechtzufinden. Nichts Allgemeingültiges, da auch die Rezeption des Betrachters nur für ihn selbst verbindlich sein kann. Denn wenn der Betrachter so denkt wie der Künstler wird auch der Betrachter zum Künstler. Denn Künstler sein heißt, Wirklichkeit wahrnehmen, was immer das ist, darstellen, um durch Kunst das Leben zu begreifen.
Deshalb kann diese Werkschau auch Mut machen zur eigenen Sichtweise. Wenn da auch ein Maulkorb hängt, und man erahnen kann, was die Künstlerin auszudrücken versucht, so unterscheidet sich das Bild eines Maulkorbs das jeder von uns hat doch wesentlich dadurch mit welchen Gedanken wir es verbinden. Dem Maulkorb eines Hundes damit er nicht beißt, dem eines Ochsen damit er nicht frisst? Der Kopf auf den Rädern, das Schiff, der Raum mit der Tür, Kaffeefilter, oder einfach nur rot, die Worte hinter dem Schleier….Ohne Kunst kann ich nicht atmen….
Hat also Kunst mehr mit dem Leben zu tun, als wir denken? Kann es sein, dass wir das Geistige in der Kunst nur deshalb nicht sehen, weil wir nur schauen, fliegen, landen, fressen… und wie die Fliege immer auf der Hut sind nicht erschlagen zu werden? Das Schloss als Raum für zeitgenössische Kunst, eine Verbindung zu einer anderen Zeit. Ist immer noch alles so wie es immer schon war oder könnte es sein dass sich nichts wirklich ändert?
Performance mit Wolfram H. Pardatscher
 

2004 www.anima - Schloss Prösels - Prissian

 
 

Räume

Gemeinsam agieren, Raum teilen und zu Raum werden.
Baumwollfäden beleuchtet durch Schwarzlicht, fluoreszierende Wachsschalen der Raum wirkt unendlich und dazwischen, ich.
Gemeinschaftsausstellung mit Stefan Tschurtschenthaler
 

1999 ArteFax I - alte Thermen - Meran

 

Fest der Künstler

In Zusammenarbeit mit Kunst Meran/o Arte entsteht die Idee vor dem Abbruch der alten Meraner Thermen das Areal für ein Künstlerfest zu nutzen. Die Modeschau – Architektur am Körper und Essbare Skulpturen sind nur zwei der Vorhaben.
Zusammen mit Wolfram H. Pardatscher entsteht Architektur am Körper : Landschaftskörper - bit & Byte - Körperlandschaft
Die Essbare Skulptur Wohl is(s)t die Welt so groß und weit aus Pizzateig auf Schnüren diente nicht lange als Notenblatt.
 

1998 Elemente - Galerie am Brunnenplatz - Meran

 

Raumsinn Sinnräume

3 Räume - 4 Künstler - Erde, Wasser, Luft und Feuer
Erdraum, Wasserraum, Licht- und Luftraum.
Gemeinschaftsausstellung mit Erika Inger, Stefan Tschurtschenthaler und Wolfgang Wohlfahrt
 

1997 Dagoberts Erben - Galerie der Volksbank - Meran

 

Alles glänzt

Der Ort redet mit. Geschichten erzählen. Was ist Glück? Ist Reichtum Glück? Märchen versprechen es.

Wer kennt ihn nicht, den Inbegriff für die Anhäufung von Geld und Sinnbild für das dennoch nicht erreichte Ziel, von Glück und Zufriedenheit Dagobert Duck?

Trotz besseren Wissens oder vielleicht auch nicht , erliegen wir alle irgendwann der Versuchung von Ruhm und Geld oder sind gezwungener Maßen im Strudel zur Vermehrung unserer materiellen Güter gefangen.
Von den Träumen der Unvernunft und dem vermeindlichen Glück, das wir durch Wohlstand und Reichtum zu erlangen trachten, erzählt diese Arbeit. Sind wir in ein System eingebunden, das den Wert unseres Daseins und das des Menschen an der Anzahl der Nullen in seiner Brieftasche misst, oder werden wir bereits durch die Märchen der Kindheit , man denke nur an Tischlein deck dich und seinen Goldesel, Rumpelstilzchen, Aschenputtel, Frau Holle, Sterntaler, Der gestiefelte Kater ....unbelastet vorbelastet und darauf hingewießen, dass Geld glücklich macht? Und alle Not hatte ein Ende...aber wieviel Leid der Welt ist gerade mit dieser Vorstellung verbunden....
Der schöne Schein der Wirklichkeit, verkörpert durch das Geld, als einzig greifbares Mittel zur Erfüllung unserer Täume, trügt. Denn der Besitzende wiegt sich zwar in Sicherheit, aber er ist abhängig von seinem Besitz, seinem Geld, seinem Prestige, seinem Ego. Denn in der Tat gibt es nichts, was man haben und auch nicht verlieren kann. Vielleicht sollten wir uns mehr darauf konzentrieren einfach zu Sein. Während beim Haben, das was man hat sich durch Gebrauch verringert, nimmt das Sein mit der Praxis zu. Was man gibt verliert man dann nicht, sondern im Gegenteil, man verliert was man festhält. Und ist es nicht so, dass wir den Besitzenden wie Dagobert zwar bewundern oder beneiden, aber lieben...können wir ihn nicht. Diese Privileg fällt Donald zu, dem armen Tropf, mit seinen nur allzu menschlichen Unzulänglichkeiten.
Trotz allem fühlen wir uns wohl, wenn wir die Erfolgsleiter hinaufklettern, hören gespannt zu, wenn uns das Märchen vom Euro und der damit verbundenen Lebensstandart – Verbesserung erzählt wird.
Und wir rennen und schwärmen, fahren und lärmen, telefonieren und führen, rechnen und verlieren...wie leicht kann man da zwischen die Räder geraten, sich selbst verlieren, weil wir verlernt haben auf die innereren Werte des Menschen zu achten. Fast scheint mir als befänden wir uns wieder in Zeiten des Krieges den Mutter Courage als ihren eigentlichen Brotgeber erkannte, auch wenn sie nichts anderes will als sich und ihre Kinder durchbringen. Und wenn sie dann im Wechsel des Krieges ihre Kinder verliert, um deretwillen sie ja das Geschäft mit dem Krieg auf sich nahm, trotzdem hart bleibt, das Geschäft ist alles, längst vergessen der Grund, warum sie dieses Leben auf sich genommen hat...um zum Schluss ihren Wagen allein weiter zu ziehen, unbelehrt durch die Ereignisse und unbelehrbar, weil sie nicht einsieht, dass die Existenznot der Menschen durch den Krieg entsteht, mit dem sie ihre Geschäfte machte.
Und der Unterschied zu heute?....
 

1995 Hausbewohner - Galerie Artforum - Meran

 

Das Nest, die Muschel, die Schnecke

“Beim Bau des eigenen Hauses und auf dem Gebiet der Kunst, schließt die Realisierung Entscheidungen mit ein die vom Geist abhängen und gleichzeitig die Verbindlichkeiten der Wahrnehmungswelt berücksichtigen. Wenn auch Nicht-Wissen keine Unkenntnis ist, sondern die schwierige Leistung der Überwindung der Kenntnis, so kann gleichzeitig die Seele die erste Anregung sein die ein Werk in jedem Augenblick zum reinen Beginn und seine Erschaffung zur Ausübung von Freiheit macht. Kunst wetteifert mit dem Leben und erzeugt Überraschungen, um unser Bewusstsein zu erregen und es vor Schläfrigkeit zu bewahren.

Selbst dann wenn wir nichts verstehen ohne es auch gleichzeitig zu erleben, können im inneren Raum, im Kreuzungspunkt, dort wo alles Ursprung und Sinn erhält, gültige Bilder der Zuflucht gefunden werden. So wie wenn wir in einem Gebüsch ein Nest entdecken und feststellen, mit welcher Liebe und Sorgfalt der Vogel sein Nest gebaut hat, oder während wir ein verlassenes Schneckenhaus betrachten. Alles entsteht aus innerer Notwendigkeit aus körperlich zwingender Innerlichkeit. Der Vogel passt sein Haus seinem Körper an so wie der Mensch sich seinem Haus anpasst und das Haus sich seinem Bewohner. Mit dem Nest und der Muschel sind eine Menge solcher Bilder verknüpft und wir können uns fragen wie viele Bilder tierischer Wesen im Wesen des Menschen verborgen sind, und in uns ein Gefühl der Ursprünglichkeit wecken, die uns Wärme vermitteln und den Zufluchtsort signalisieren, den auch wir in unseren Häusern zu verwirklichen trachten. Fähigkeiten, Gedanken und Empfindungen bestimmen das Gesamtwerk, verleihen ihm Seele, Ausdruck und Raum und gliedern es ein in einen größeren Raum.” Gaston Bachelard